Die Typoblognationalmannschaft.

Die Typoblogger Deutschlands

Die Typografen und Grafiker treffen sich alle gerne auf der TypoBerlin 2007. Unter anderem gab es nochmal ein besonderes Treffen: das Treffen der »4 meistgelesenen« Typoblogger Deutschlands (Quelle: Ivo). Boris Kahl von slanted (ArtDirection FinestMagma), Jürgen Siebert von Fontshop (Vorstand Marketing Fontshop AG), Ivo Gabrowitsch (Student und Typofan) und meine Wenigkeit (selbständiger Designer) werden zum ersten Mal in Berlin fotografisch verewigt. Selbstverständlich gibt es noch mehr Typoblogger, die selbstverständlich bei der nächsten Gelegenheit alle auf das Foto müssen: Dan Reynolds von Linotype, Peter Reichard von Spatium, mein geschätzer Kollege Gerrit van Aaken (typolos aus Berufsgründen) und diverse andere Blogger wie Stephen Coles, Yves Peters, Ralf Hermann oder Erik Spiekermann.

Wenn wir Typoblogger elf Leute zusammenkriegen, gründen wir unsere Fußballtypo-Nationalmannschaft und lassen uns die Trikots von Sander Neijnens designen und spielen gegen die Werbeblogger wie Patrick Breitenbach oder Mr. Werbewunderland (wie heißt er denn genau?). Wie wäre das, Ivo?

Be a Mite and use the App Mite.

Mit Mite gibt es eine einfache schöne Webapplikation, mit der man – ähnlich wie beim TimeLog – die Zeit erfassen, Aufträge und Aufgaben aufzeichnen und speichern kann. Eine sehr schöne und praktische Sache, die ich mir in Zukunft näher angucken möchte. Mehr Kritik gibt es beim Fontblog und bei Ivo.

Berlin Hbf

Berlin Hbf - (fast) alle Ebenen

Eine Ansicht des monströsen und leeren Berliner Hbfs, mit ein paar Photoshop-Artefakten.

Nie mehr Google Maps!

Praktisch ist Googlemaps allemal, nur: es (und andere Routerplaner auch) kann nicht genau die Hausnummern anzeigen, sondern nur den Annäherungswert berechnen. Was ja auch an sich logisch ist. An Beispiel der Friedrichstraße wollte ich zur Nr. 139. Googlemaps hat den Ort nahe der U-Bahn-Station »Stadtmitte« angegeben. Arglos gehe ich dahin und musste feststellen, daß es nicht stimmte. Eigentlich war es am Oranienburger Tor. Hmm. Googlemaps versagt auch bei der Routenplanung, manchmal stimmten in der Vergangenheit die Routen und die Straßen nicht. Ein Tipp wäre auch der Michelin-Routen-Planer, der fast immer korrekt arbeitet.

Typo-Tag-Nummer Drei.

StupidStudio mit Video von Partizan

Jetzt kommt heute morgen dann Stupid Studio, die Heads sind Daniel Gjøde und Lars Neckelmann. Mit »a smiling face« fangen die beiden mit einer sehr inhaltlich schönen Präsentation, der Film-Einstieg am Anfang jeder Präsentation war sehr schön gelöst. Gespickt mit Beispielen aus der Film- und Musikwelt zeigen sie uns, daß Musik sehr viel mit Emotionen und Effekten zu tun hat, die uns sehr beeinflussen. Folgende Beispiele zeigten sie uns: einen Werbefilm für ProxFade (Partizan) [Film]. Dann einen Film über die Handball-Weltmeisterschaft von der Filmschmiede DESIGN TV2 aus Dänemark. Dann einen Ausschnitt aus dem bekannten Film »De Fem Benspænd« von Jørgen Leth und Lars von Trier. Dazu den bekannten Film »Honda Choir« von Wieden+Kennedy (London). In diesen Beispielen zeigen sie unter anderem, wie die Musik wirkt. Zum Schluß veröffentlichen sie ein noch nicht fertiges Manifest über Sound und Emotion. Sie selbst betreiben ein Weblog. Super. Superb.

Yves Peters, bekannt als der Fontblogger Belgiens, und Stephen Coles wollen in ihrer Präsentation zeigen, daß die Schriften rein rechtlich auch gemischt werden wie das Sampling in der Musik, aber die Typoszene nicht weiß, wie sie damit umgehen kann. Sehr interessant, dafür fehlen zu wenig Beispiele aus der Musik, um dem Thema »Musik« gerecht werden zu können.

Dann gibt es eine Pflichtveranstaltung, die den meisten nicht bekannt war, was auch gut so ist: die erste slanted in Berlin und in einem Wohnwagen überhaupt.

PSYOP, nicht dieses PSYOP, zeigt in einer beeindruckenden Präsentation, wie sehr die Musik in Illustrationen visualisiert werden kann und daß die Musik so auch gut übertragen werden kann. Die gezeigten Beispiele (CocaCola, Bombay Sapphire, Nascar oder Fanta) könnt ihr auch bei PSYOP ansehen… ähnlich arbeitet auch der Joost Korngold von Renascent, den ich beim 33pt-Event sah. Marco Spier arbeitet sehr schön mit organischen Strukturen, die er auch oft in den Filmen weiterverwendet. Durch die Übernahme und extremen Abbildung der Natur schafft er auch eine geheimnisvolle Aura, die durch die Musik auch zusätzlich geschafft wird. Am Ende wurde es doch zu viel mit den Wiederholungen von Bäumen und Vögeln.

Zwischendurch gab es so viele Treffen mit so netten Leuten, darunter auch Indra Kupferschmid und Benjamin Hickethier. Benjamin, danke!

Am Schluß gab es eine gute Präsentation von Markus Hanzer von mira4, dessen Vortrag man auch herunterladen kann. Sehr gut, dann kann man es auch nachherlesen.

Als Krönung des Abends geht es in den Cubix-Filmpalast, wo die Deutschland-Premiere von dem Dokumentar-Film »Helvetica« mit dem Regisseur Gary Hustwit stattfand. Es folgt ein sehr schöner Film mit Anekdoten und Interviews mit diversen Designern wie Erik Spiekermann, Stefan Sagmeister oder Paula Scher. Lustig war, daß auch Gernot Poetsch zum Film kam. Zum Abfeiern geht es in eine sehr schöne Location: die Kalkscheune. Mit diversen Leuten kann sich die Spannung während der Typo-Konferenz in der TypoNight entspannen, locker geht es an diesem Abend zu.

Insgesamt war es eine schöne Konferenz mit vielen neuen Eindrücken, netten Leuten und tollen Kontakten, dennoch hätte es auch besser sein können. Doch: das erste Mal auf der Typo2006. Dennoch: durch das andere Thema gab es Einblicke, die kein Designer hätte machen können. Das brachte frischen Wind in die Typo. Das würde ich mir auch sehr gerne für die Typo 2008 mit dem Thema »image« wünschen. Vielleicht kommen da auch Fotografen oder flickr-User oder Bildmanipulation zum Schein. Mal sehen. Und nochmals danke an Jürgen und Benno Rudolf, der die gesamte Typo zu stemmen hatte.

Wer mehr lesen will, es gibt Stoff beim Fontblog, bei HD Schellnack, Ivo, Dan und slanted.

Typo-Tag-Nummer Zwei.

Technical Staff

Ivo schrieb schon um 1.30, Jürgen bloggt live vom Dritten Tag.

Zuerst habe ich an dem Kalligrafie-Workshop teilgenommen, wo man wirklich was – danke Ivo für den Tipp – über das Selbstschreiben lernt. Übrigends, Ivo, alles Gute zum Geburtstag! Armins Reins, der Gründer der Texterschmiede, war mit seinem Vortrag über 15 unterschiedlichen »Neue Deutschs« der absolute Knüller, ein klasse Vortrag. Und bei dem schönen Wetter wird die Mittagpause im Gespräch mit netten Leuten und Kollegen begangen. Ein großes Hallo gibt es bei den Leuten von slanted. Dann bringt Henning Krause mit dem »Alphabetischen Orchester« dem Publikum typografisches Profiwissen, gewürzt mit Anekdoten und aktuellen Entwicklungen (auch bei den Musikinstrumenten). Dann war Sander Neijnens´s Vortrag über Fußballtrikots und ihre Schriften und Möglichkeiten fantastisch – mal was anderes als Musik. Nebenbei präsentiert Bastard/slanted Bilder von der Wohnwagen-Tour von Karlsruhe nach Berlin – absolute klasse Präsentation mit genialen Bildern. Der »heimliche« Typo-Star (O-Ton slanted) Mario Lombardo wußte das Publikum mit seinen genialen Bildern, gespickt mit einer schönen Mischung aus Realität und Fiktion, wo er daraus neue Welten zu erschaffen versucht, in seinen Bann zu ziehen und das so erfolgreich, so daß es noch mal wiederholt wurde.

Nach dem lecker Typo-Lunch und einem netten Gespräch mit Dan und Nora Gummert-Hauser von slanted. Kurz habe ich bei Kim Hiorthøy vorbeigeguckt, interessantes Design, der aber keinen Bezug zum Inhalt hat, funktioniert, ist aber nicht jedermanns Geschmack. Niklaus Troxler wußte das Publikum mit seinen wunderschönen Jazzplakaten zu begeistern und bot auch noch aktuelle Arbeiten auf. Sehr schön. Zuallerletzt kommt das Top-Event: das Gespräch mit dem form-Chefredakteur Gerrit Terstiege mit Klaus Voormann, dem »Fünften« Beatle. Mit Erinnerungen, Zeichnungen und Fotos bieten beide Leute einen schönen Einstieg in die Welt der Beatles. Dann ist auch schon die wunderbare Berieselung vorbei…

Das Thema »Music« beleuchtet die Typo von einer ganz anderen Seite, mit dem die meisten gut zurechtfinden können, aber auch sehr viel Platz für Inspirationen und neue Ideen bietet. Und es bringt auch frischen Wind rein, der der Typo gut tut. Was mich aber nur stört: dieses massive Abfotografieren der Vorträge (dazu mit Blitz). Wozu? Genießt die Vorträge und fotografiert weniger. Also bis morgen.

Typo-Tag-Nummer Eins

Architektur

Erste Bilder im Pool der Typo2007 werden bereits heute nacht hochgeladen… Berichte folgen morgen…

Bevor die Typo anfing, gibt´s lockere muntere Treffen mit alten Typohasen wie Ivo, Ralf Hermann oder den Fontblogger. Fein, daß die Typo 2007 mit dem Thema Musik so schön anfängt mit einem Vortrag von Steve Heller, der den Vater aller Schallplattencover, Alex Steinweiss, präsentiert, mit all seinen Entwürfen und Skizzen. Ein schöner Streifzug. Doch die Powerpoint-Präsentation lässt zu wünschen übrig. Jetzt schnell Richard Kegler, mit seinem Versuch, ein Fontlabel und Plattenlabel unter gleichem Namen (p22) zu gründen, zuzuhören, und dazu schnell die »spannende« Tunebook-Format-Präsentation mit digitalen Booklets, die die »Paper-Booklets von den CDs« annäherend im digitalen Zeitalter ersetzen soll. Doch dies war eine plumpe Präsentation, ich hätte mehr erhofft. Clive Bruton war mit seinen Kampfflugzeugen, Logos, Flaggen und seiner Gitarre etwas spleenig und salopp, hätte auch professioneller sein können. Am besten war der Vortrag von Lutz Hackenberg, der mit seiner Art und seiner professionellen Präsentation die Zuhörer in den Bann schlug. Dann noch Gespräche mit Leuten und zuletzt fetzige Musik von House Industries. Das war`s. Freu mich auf morgen.