Alistapart – daran scheiden sich die Geister.

Michael Preidels Kommentar zum (un-)umstrittenen Re-Design von Alistapart, dem »Karma des CSS«, nehme ich zum Anlass, das alte und das neue Design kurz zu vergleichen.

»Aus der Bronzezeit raus«.

Das alte Design besticht durch seine Klarheit und Einfachheit. Schön fand ich die Menüpunkte an der rechten Spalte, die die wesentliche Punkte durch ein ganz einfaches Icon hervorheben (ein Musterbeispiel von grafischer Eleganz). Das Logo besticht durch seine Wiedererkennbarkeit (als T-Shirt wär das klasse!) und fügt sich gut in die Website ein.

»Zurück in die Steinzeit.«

Beim neuen Re-Design bin ich sichtlich enttäuscht. Wie eine »Puddingwebsite« präsentiert sich Jeffrey Zeldman. Wie Cäsar zu seinen besten Zeiten präsentiert sich das Logo »ALA« (S.P.Q.R.?) als nix. Allerdings hat es bessere Klarheit zu bieten, doch das fällt zu flach.

FAZIT: Das alte Design war einfach besser und wirkt seriöser. Dessen Karma war einfach super. Das neue Karma blubbert wie ein überkochter Pudding vor sich hin. Und eine große Website, das sich für den »CSS-Gott« hält, will sich plötzlich an den einfachen Blogs orientieren? Schade, das hätte mehr Vorbildfunktion gehabt. Das wird wohl keine gute Entwicklung für die Webdesign-Szene sein: eine »Pudding«-Website als Vorbild? Zeldman hat wohl nie Grafik-Design studiert.

Gerhard Seyfried Plakate für Ströbele.

Wer kennt sie nicht, das legendäre Plakat von Gerhard Seyfried für Hans Christian Ströbele, dem »Rebellgrünen« von Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg? Ich finde das legendär, wenn auch übertrieben. Dieses Plakat stellt das jetztige Wahlplakat von 2005 in den Schatten, was man auch am Vergleich sehen kann. Schade!

Gerhard Seyfried ist einer der wichtigsten deutschen Comiczeichner, der sich auch politischen Themen (wenn auch sehr links) stark widmet, was man auch an seinen Veröffentlichungen sehen kann (»Wo soll das alles enden« (1978, vergr.), »Das schwarze Imperium« (1984, vergr.) und »Flucht aus Berlin« (1990)). Zudem bestätigt er sich seit einiger Zeit als Literaturautor (»Herero« (2003) und »Der schwarze Stern der Tupamaros« (2004)).

Zum Vergleich das alte Plakat oben (die Bilder stammen von der Website Gerhard Seyfrieds) mit dem neuen unten. Grössere Bilder könnt ihr auch dort sehen: altes Plakat vs. neues Plakat.

Mit dem Blau im Wahlplakat 2002 sah das Plakat viel optimistischer und standhafter aus. Und hier sprudelt überall das Leben in Berlin (und Deutschland). Diesmal sieht das Plakat von 2005 so aus, als ob etwas Untergangsstimmung herrscht, was man am »Abendhimmel« sieht. Und die Menschen sind in einer gewissen passiven Erwartungshaltung, ob es weitergeht oder nicht. Von links passiert was, aber rechts im Plakat herrscht gähnende Leere, außer dem einen Hund (wohl Lafontaine, der die Merkel ärgern will?). Und die Heuschrecke mitten im Bild darf als eine Anspielung an Münteferings berühmten »Ausrutscher« (war das einer?) verstanden werden.

Und typografisch wird Ströbele durch sein Fahrrad selbst »zerquetscht« werden, ich hoffe aber, daß es nicht dazu kommt…

Fontblog bloggt Fontshop.

Vor einiger Zeit schrieb ich über den Versuch von Fontshop, einen Fontblog ins Leben zu rufen und damit sich in der Blogosphäre zu etablieren. Diesmal machen´s sie nicht mehr nach, sondern haben mit einer eigenen Sprache und eigenen Themen ihr eigenes Blog zum »State-of-the-Art« der Typoblogs in Deutschland erhoben. Spannende Themen sind vor allem die Geschichte der Schriften (bislang Prater, Frutiger, »novelle font cuisine« und die Myriad) und Interna aus der Typoszene. Weiter so! Das gefällt mir.

Meine Wertung:  5 Guillemets.

Garden State


Gestern abend im Endstation-Kino in Bochum-Langendreer gesehen und mit 5 Guillemets  versehen.

Ein sehr schöner Film mit skurrillem Geschehen und sehr spannend gehalten vom Regisseur Zach Braff. Es ist auch nebenbei sein Erstdebüt.

Garden State
USA, 2004. R: Zach Braff. B: Zach Braff. K: Lawrence Sher. Mit: Zach Braff, Ian Holm, Ron Leibman, Method Man, Natalie Portman. Dolby. CS. 102 Min. engl. OmU.

Ein junger Mann, der sich in L.A. als Schauspieler durchzuschlagen versucht, kommt nach dem Tod seiner Mutter in seine verschlafene Heimatstadt New Jersey zurück, die sich bei näherem Hinsehen als verzauberter Garten zu erkennen gibt. Durchgeknallt, aber liebenswert sind die alten Bekannten und die neuen Freunde, die die Kleinstadt im Garden State bevölkern.

In seinem sympathisch liebevollen Regiedebüt zeichnet Zach Braff ein bitter-süßes Bild seiner Generation der Mittzwanziger nach. Eine Komödie voller Skurrilitäten, in deren Verlauf der Protagonist seine Vergangenheit erkundet.

Farben-Check der Parteien

Hinweis: teils Satire, teils Realität.

In den Farben der Parteien gibt es Unterschiede, sie haben aber auch Gemeinsamkeiten. Die SPD mit der PDS und der CDU (»als Partei der Mitte«, was ja beide für sich reklamieren. Erstaunlicherweise haben FDP und B90/Grüne mehr farbige Gemeinsamkeiten als mit der CDU ode r der SPD.

Nun zeigt Nick Blume einen Einblick in die Farbenwelt der Parteien und was sie wirklich farbig repräsentieren.

CDU (Christlich-Demokratische Union)

Frau Angela Merkel / Herr Dr. Edmund Stoiber.
Orange, Rot, Weiß: Die ORW-Partei. Die CSU ist zu unwichtig (nur Bayern), deswegen wird sie in der Farbenwahl nicht berücksichtigt (sollte ich den Unmut eines CSU-Fans auf mich nehmen, dann entschuldigt!).

Die Farben der CDU sind Orange, Rot und Weiß. Doch keine Spur von Blau, die den Konservatismus symbolisiert. Mit den Farben will die CDU Kraft, Energie, Aggression (Stoiber!), Wärme, Reinheit, Sauberkeit und Unschuld (Spenden!) beweisen.

Doch von Energie, Unschuld und Wärme ist bislang kaum die Rede: nicht die ganze Riege der CDU-Ministerpräsidenten tritt jemals geschlossen auf, die Unschuld hat sie seit der Spendenaffäre um Kohl verloren und die »soziale« Wärme der Frau Merkel und von Herrn Stoiber wird bisher noch nicht so registriert.

SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschland)

Gerhard Schröder / Franz Müntefering. Umbra, Rot, Weiß, Schwarz: Die URWS-Partei.

Die Farben der SPD sind »Umbra«, Rot, Weiß und Schwarz. (Eine Diskussion über die »Reaktion der normalen Bürger« findet ihr bei slanted. Ich habe selbst gemerkt, daß meine »Reaktion« darauf zu salopp war und »rudere« nun etwas zurück.) Mit den Farben will die SPD Zuverlässigkeit, Ausdauer, Kraft, Energie, Wärme, Aggression, Sauberkeit, Unschuld, Macht, Eleganz und Geheimnis symbolisieren.

Von Zuverlässigkeit der Durchsetzung der SPD-Reformen ist kaum die Rede, über die Ausdauer der Regierung kann spekuliert werden, die Aggression hat sie nicht, die Regierungsbilanz hat wenig Sauberkeit, die Unschuld der Macht ist nicht da. Doch die Eleganz, symbolisiert durch den gigantischen Fuhrpark (Audi, BMW, …) und die Anzüge der Minister, ist da. In die Geheimnisse des Staates werden wir nicht eingeweiht.

FDP (Freie Demokratische Partei)

Guido Westerwelle / Wolfgang Gerhardt. Gelb, Blau: Die GB-Partei.

Die Farben der FDP sind gelb und blau. Sie symbolisieren Optimismus, Hoffnung, Konservatismus, Sicherheit, Technologie, Sauberkeit und Ordnung.

So wie die Westerwelles und die Gerhardts auf den Plakaten auftreten, kann man nur optimistisch sein, wenn das nur richtig wäre. Früher war ich schon optimistischer, wenn ich an Genscher oder Lambsdorff denke, aber jetzt angesichts dieser »piekfeinen« Truppe? Woher haben sie nur die Hoffnung her? Vom Gelb – offensichtlich hilft denen viel Bananenessen, damit sie mal über die legendären 18% Prozent kommen. Obwohl die CDU sich farblich gewandelt hat, sind die FDP´ler sich treu geblieben: konservativ. Die Außenminister Genscher und Kinkel boten viel Sicherheit (sie waren darin gut!), doch verkörpern ein Außenminister Westerwelle oder gar der Hessen-Provinz-Politiker Gerhardt Sicherheit? Der Technologie geben sie einen ordentlichen Schub, wenn sie »Guidomobiltelefone«, »Guidosolarmobile«, »Guido…« für den Wahlkampf im Auftrag geben. Ganz sauber waren die Finanzen gewiß auch nicht (siehe NRW). Und was die Ordnung in der Partei betrifft, trifft dies nicht so zu, aber die Ordnung der Gestaltung der Plakate läßt sich sehen, ist aber verbesserungswürdig.

B90/Grüne (Bündnis 90 und Grüne)

Joseph Martin (»Joschka«) Fischer / Claudia Roth. Gelb, Blau, Grün, Weiß: Die GBGW-Partei.

Die Farben der Bündnis90 und Grünen sind Gelb, Blau, Grün und ein bißchen weiß. Sie symbolisieren Optimismus, Hoffnung, Natur, Erde, Gesundheit, Glück, Geld, Erneuerung, Vertrauen, Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung.

Die Grünen waren schon immer optimistisch. Daran ändert sich nichts. Die Hoffnung auf eine starke Einbindung der Natur und der Erde in die Regierungsarbeit haben sich teilweise erfüllt (Atomausstieg, Umwelt, …) – was ja auch der Gesundheit zugute kommt. Das Glück des Tüchtigen haben sich fast alle erarbeitet, bis auf ein paar Ausnahmen. Um ihr Geld brauchen sich die Obergrünen keine Sorgen mehr zu machen… (naja, die typischen Diäten-Affären der Politiker). Die Erneuerung der Politiklandschaft, als die Grünen gegründet wurden, haben sie längst gemacht. Nun wird es von einem anderen gemacht… das Vertrauen der Stammwähler in ihren »Helden« Joseph Martin »Joschka« Fischer hat während der Visa-Affäre keinen Bruch erlitten. Im Kabinett waren die Grünen vor allem sicher – im Gegensatz zu den SPD-Kabinettsmitgliedern. Die Sauberkeit der Gestaltung der Plakate ist CI-/CD-gesehen lobenswert, was auch der Ordnung der Gestaltung zugute kommt.

PDS/Die Linke

Oskar Lafontaine / Gregor Gysi / Lothar Bisky. Rot, Blau, Weiß: Die RBW-Partei.

Die Farben der »linken« Partei sind rot, blau und weiß. Damit symbolisieren sie Kraft, Energie, Leidenschaft, Aggression, Gefahr, Vertrauen, Konservativismus, Sicherheit, Sauberkeit, Reinheit und Präzision. Das Rot erinnert an die Überbleibsel des Kommunismus (wofür ja auch die Nachfolge-Partei der SED in den Anfangsjahren gestanden hat).

Die Linken haben mit viel Kraft und Energie ihren Zusammenschluß von PDS und WASG (nicht vergessen: der legendäre Artikel von Gerrit!) hinter sich gebracht. Die Leidenschaft und »populistische« Aggression, mit der Lafontaine und Gysi in den Wahlkampf gehen, ist meiner Meinung manchmal frappierend, kommt aber bei manchen im Wahlvolk leider an. Eine Gefahr für die SPD und die CDU, was man auch an den Stimmverlusten sehen konnte (jetzt hat es sich aber geändert.). Das Vertrauen des Wahlvolks in die Partei scheint sich zu stabilisieren: in den Umfragen liegen sie bei 9 Prozent. Konservativ scheinen sie nicht zu sein, dieses Klischee haben die CDU/CSU und die FDP für sich besetzt – denke ich. Von Sicherheit sehe ich bei der Partei nicht so viel, weil ich sie so lange nicht kenne. Was das Design und die Umsetzung der WASG betrifft, hat man bei der Umsetzung mit Sauberkeit, Reinheit und Präzision gespart (siehe praegnanz.de).

 

FAZIT

Kaum eine Partei (mit Ausnahme der Grünen) hat verinnerlicht, was die Bedeutung der Farben und deren Symbolik angeht.

Update: der Spiegel schreibt auch einen Artikel über die Farben der Parteien, allerdings nur im politischen Zusammenhang.

Update von TXP 1.0RC3 auf 4.0

Demnächst wird geupdated… ich hoffe, daß alles klappt. *hoff und bang* Ok – Update abgeschlossen.

Das ging ja fix in wenigen Minuten und alles ohne Probleme. Wer Probleme oder sonstiges hat, bitte melden.

Für weitere TXP-User, die auch updaten wollen, der wichtige Link.

Eigenes Archiv mit Hilfe von TXP-Tags bauen.

Seit einiger Zeit habe ich das nahezu geniale Plugin rss_suparchive genutzt, um ein Archiv daraus erstellen zu können. Genervt hat mich bei diesem Plugin besonders eins: zahlreiche Hyperlinks funktionieren gar nicht. Über diesen Artikel von thresholdstate habe ich nun eine ganz andere und elegantere Lösung gefunden (inspiriert mit lauter prägnanten Lösungsideen).

Sie ist ganz einfach. Mit Hilfe des TXP-Tags txp:article_custom kann man individuelle Artikel-Listen je nach Monat oder Jahr auflisten lassen. Für jeden Monat gibt´s zwar jede Menge Codefrickelei, aber es lohnt sich!

Zuerst erstellt man einen Baustein für die Ausgabe im Sektion »Archiv«. Sie könnte headline heißen. Der Code ist einfach aufgebaut:

<txp:permlink><txp:title /></txp:permlink>

Diesen Baustein fügt man in die Artikelliste-Ausgabe für einen Monat ein, die so aufgebaut ist:

<h2>August 2005</h2>
<ul>
<txp:article_custom form="headline" section="weblog" sortdir="desc" month="2005-08" break="<p>" />
</ul>
<br></br>

So, ich hoffe, jemanden »rss_suparchive-betroffenen« geholfen zu haben.